Das heimische Netz: LAN, WLAN, DLAN … Wie bitte?!

Mancher kennt es vielleicht: Man zieht um und im neuen Heim möchte man von überall Zugriff auf den Internetanschluss haben. Doch was tun, wenn man nicht gerade neu gebaut hat und vor vollendeten Tatsachen in Sachen Leitungen steht?

Seit August 2016 herrscht in Deutschland die freie Routerwahl. Ihr könnt also einen Internetanschluss beantragen und einen Router nach Wahl kaufen und anschließen. Doch Vorsicht. Bei manchen Anbietern verzichtet man auf bestimmte Funktionen. Bei Vodafone zum Beispiel sollte man die Router Option für 5€ im Monat aktiviert lassen wenn man mehr als eine Rufnummer braucht. Bei anderen Anbietern sind freie Router langsamer als die von den Anbietern. Als Beispiel nehme ich eine FritzBox vom deutschen Anbieter AVM.

Anschluss

Der Router sollte an der ersten Telefondose (TAE) angeschlossen sein, falls mehrere vorhanden sind. Grund ist ein kleiner Widerstand in der Dose. Das sagt euch aber der Techniker wenn er zur Leitungsmessung und -einrichtung kommt. Solltet ihr einen Kabelanschluss haben und darüber euren Internetzugang realisieren, muss der Router an der Multimediadose angeschlossen sein. Das ist die Dose mit drei Anschlüssen.

Bei älteren Häusern ist zumeist keine Steckdose in unmittelbarer Nähe zum Internetanschluss. Doch bei beiden Anschlussarten könnt ihr die Leitung verlängern: Entweder eine Telefonkabelverlängerung oder mit einem Koaxialkabel.

Die Geschwindigkeit wird in Mbit/s angegeben. Für viele Websites, Fernseh über Interner (IPTv) und evtl einen Homeserver für Kontakte/Termine/Medien muss es schon mindestens 16Mbit/s sein. Daraus ergibt sich aber auch die Geschwindigkeit des heimischen Netzes.

Die Anbieter werben mit 1Gigabit Anschlüssen. Ihr braucht diese nicht unbedingt, 100Mbit reichen für den Otto-Normal völlig aus und müssen kein Kaufkriterium sein. Außer bei DLAN, aber dazu später mehr.

Nun geht es an die Verteilung des Signals im Rest der Wohnung/Haus. Es gibt mehrere Möglichkeiten:

LAN / Kabel

Geräte in unmittelbarer Nähe zum Router können direkt per LAN Kabel angeschlossen werden. Kabellösungen sind weniger Störquellen als Funkverbindungen ausgesetzt und bieten eine geringere Latenz / Ping (Antwortzeit), gerade für Onlinespieler interessant.

Bietet der Router nicht genug Anschlüsse (Ports), kann man an einem LAN Anschluss des Routers einen Switch anschließen. Doch: Alle am Switch angeschlossenen Geräte teilen sich die Geschwindigkeit des Router-Lan-Ports.

Was aber soll man machen, wenn man keine Netzwerkleitungen liegen hat und keine „Schlitze kloppen“, Spachteln, Tapezieren/Streichen will? Oder keine Lust hat auf einen Kabelsalat wie im folgenden Bild (ja, ich werde das noch alles „verstecken“)

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DLAN / Kabel

Es gibt Adapter für das heimische Stromleitungsnetz. D.h. die Signale werden über die Stromleitungen in der Wohnung / im Haus verteilt. Es gibt Geräte, die bieten trotzdem eine Stromsteckdose an, somit „verliert“ man keine Stromdose. Als Beispiel ein Adapter von Devolo:

devolo-dlan

Doch gibt es ein paar Punkte zu beachten:

  • Die Adapter immer direkt an der Steckdose einstecken und nicht in einer Steckdosenleiste. Somit werden die Signale nicht unnötig über andere Geräte versendet.
  • Die Geschwindigkeit muss höher sein. Je länger der Weg und desto mehr Störquellen (z.B. Sicherungen) zu überwinden sind (Leitungsdämpfung), desto höher muss die Geschwindigkeit der Adapter sein. In meinem Haus betreibe ich Adapter mit 500Mbit/s, um ins zweite Stockwerk mit passabler Geschwindigkeit zu kommen.
  • Am Router braucht man einen Adapter mit einem LAN Anschluss, im „Empfängerraum“ kann man einen mit 2 Anschlüssen verwenden. Somit kann man sich Geld sparen.

Manche Adapter haben LEDs zu Statusanzeige. Diese können manchen stören, gerade Frauen wollen gerne unschuldige Lämpchen ausschalten. Nutzt man als Beispiel eine FritzBox, kann man die Adapter komplett verwalten und die LEDs ausschalten.

Die Adapter bauen untereinander eine eigene Verschlüsselung auf. Auch die Einrichtung ist sehr leicht: Beide Adapter einstecken und ein kleines Knöpfchen drücken.

WLAN / Funk

Wer ein Smartphone und oder Tablet nutzt, hat die Geräte eh über WLAN mit dem Internetanschluss verbunden. Auch Fernseher und Spielekonsolen können WLAN nutzen. Doch was ist, wenn das Signal nicht im ganzen Haus oder in der Wohnung zu empfangen ist? Stahlbeton und WLAN sind meist keine gute Kombination.

wlan-repeater-fritzbox

Es gibt WLAN-Repeater. Als Beispiel wieder von AVM und die Einrichtung ist auch ganz einfach: WPS Taste auf dem Gerät und WLAN Taste auf der FritzBox drücken und die Geräte verbinden sich. Bei der Ortswahl sollte man bedenken, dass der Repeater noch ein ordentliches Signal erhält, um dieses zu Verstärken und weitergeben zu können.

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