Welches OS soll man für ein Smartphone wählen?!

Für welches mobile Betriebssystem soll man sich entscheiden? Welche Unterschiede gibt es im Workflow und wie gehen die Systeme mit dem Datenschutz um? Gibt es Einschränkungen? Oder gar Benefits in der Benutzung mit anderen Geräten?

Es ist ein schwieriges Thema. Es spielen nicht nur die Fakten bei der Wahl eines Smartphones eine Rolle, sondern auch Design, Werbung, Umfeld, ominöse Empfehlungen. Viele wollen auch gar nicht mehr wechseln und bleiben bei dem System, welches auf dem ersten Smartphone installiert war. Manchmal kann sich ein Wechsel aber lohnen.

Ich vergleich für euch die Systeme Android, BlackBerry OS10, iOS und Windows 10, jeweils in der aktuellen verfügbaren Version.

Diese Geräte stehen mir zur Verfügung:

  • Android
    Samsung Galaxy S6 mit Android 6.1
  • BlackBerry OS10
    BlackBerry Passport mit OS10.3.2
  • iOS
    iPhone 6+ mit iOS9.3.5
  • Windows 10
    Microsoft Lumia 950 mit Windows10 Anniversary Update

Out-of-the-box

Welches System verhält sich wie beim Einrichten und welche Programme stehen ab Werk zur Verfügung?!

Alle Betriebssysteme bieten einen Assistenten zur Einrichtung der Geräte an. Außer BlackBerry OS10 können alle mit einem Backup aus der Cloud direkt konfiguriert werden. Die Backups liegen beim jeweiligen OS Anbieter in der Cloud. BlackBerry OS10 kann Backups vom PC/Mac einspielen.

Android

Auf Android Geräten sind für fast alle Lebenslagen Anwendungen vorinstalliert. Entweder sind es Google Apps oder Eigenentwicklungen der Gerätehersteller. Aber: Android setzt als Standard einen kompletten Abgleich mit der Cloud ein. Es wird alles ausgewertet und hochgeladen. Wenn man dies nicht möchte oder z.B. eine andere Cloud nutzen will, kann man dies aber einstellen.

Eine große Stärke von Android ist die hohe Anpassbarkeit. Ihr könnt alles verändern: Icons, Launcher (Startprogramme), Standardanwendungen, Benachrichtigungstöne etc können ausgetauscht werden. Man ist also nicht an die Google Standard- und / oder Hersteller-Apps gebunden.

BlackBerry OS10

Auch BlackBerry bietet für fast alle Bereiche eine App an. So habe ich persönlich am Anfang kaum Apps installiert, außer Cloud Apps. Grafisch anpassen lässt sich das OS nicht groß. Das System arbeitet auf einer Ebene mit nebeneinander liegenden Seiten. Benachrichtigungen können sehr fein eingestellt werden, da das OS neben Android auch eine LED zur Benachrichtigung unterstützt.

Das OS kann neben nativen Apps auch mit Android Apps arbeiten. Nur Apps, die Google Services benötigen, müssen angepasst werden.

iOS

Ähnlich wie BlackBerry OS, braucht man kaum Zusatzanwendungen und sitzt im goldenen Käfig: Kaum Anpassungsmöglichkeiten und man ist an den Hersteller gebunden. Auch die Dateiübertragung ist an iTunes gebunden (es gibt aber alternative Lösungen), so kann man nicht mal eben eine MP3 empfangen und anhören oder als Klingelton einstellen.

Der goldene Käfig kann Fluch und Segen zugleich sein: bei Apple Produkten kann man sich eigentlich sicher sein, dass sie im einfachsten Gebrauchsfall funktionieren. Die Usability ist sehr hoch bei den Geräten, außer für Medien und Dateimanager. Denn Apple gibt nur über die Apps Zugriff auf den Speicher.

Andererseits muss man darauf achten, dass Zubehör auch auch von Apple zertifiziert ist. Drittanbieter Produkte funktionieren zwar zum Großteil, können aber auch den Dienst verweigern oder das Apple Produkt beschädigen.

Windows10

Auch bei diesem System ist der rudimentäre Einsatz out-of-the-box möglich. Derzeit hat das System aber mit einer geringen App Vielfalt zu kämpfen. Anbieter können ihre Apps zwar portieren, dies ist aber gerade erst angelaufen. Für den Gebrauch ohne Banking App oder Spezialfälle ist das System aber durchaus zu gebrauchen. Gerade im Tandem mit einem Windows10 Desktop/Laptop. Denn beide teilen sich eine Codebasis.

Man kann Windows10 in Teilen auch anpassen: So ist die Startseite mit Kacheln zu versehen, die auch Live-Informationen einblenden können, und Sounds sowie Akzentfarbe können frei gewählt werden.

Bedienung

Nutzer wünschen sich eine ergonomische und intuitive Bedienung. Dies schafft nicht jedes System.

Jedes System hat einen schnellen Zugang zu Einstellungen und Einstellungsshortcuts: man streicht vom oberen Displayrand in die Mitte. Außer bei iOS, dort streicht man von unten nach oben.

Jedes System bietet eine Benachrichtigungszentrale an: Auch hier wischt man wieder vom oberen Displayrand in die Mitte. Außer bei BlackBerry, dort hat man den BlackBerry Hub, den es auch für Android gibt. Dieser ist entweder vom Homescreen aus gesehen ganz links oder aus jeder App durch die Wischgeste: vom unteren Displayrand in die Mitte und dann zum rechten Displayrand.

Alle Systeme bauen auf eine Tastenbedienung unterhalb des Displays auf. Außer BlackBerry, dieses System wird komplett durch Wischgesten gesteuert.

Multitasking “beherrschen” alle Systeme, obwohl es bei iOS und Windows10 kein echtes Multitasking ist. Jedoch muss man bei allen Systemen erst die Übersicht der geöffneten Anwendungen erst durch eine Tastenkombination oder durch das Drücken einer dedizierten Taste aufrufen. Außer bei BlackBerry, denn dieses System bietet Active Frames an. Schließt man ein Programm kommt man automatisch auf diese Ansicht, außer man wechselt direkt in den Hub.

Auf allen Systemen kann man im Anwendungsmenü Ordner erstellen und diese befüllen.

Auf BlackBerry und Windows10 ist die Adressleiste des Browsers am unteren Rand platziert. Apple hat zumindest die Steuerelemente nach unten gebracht.

Bei allen Systemen, außer auf BlackBerry OS10, befinden sich die sogenannten “Hamburger Buttons” im oberen Teil des Displays. Ergonomie sieht anders aus.

Android

Android arbeitet mit Launchern, diese bieten einen erweiterbaren Homescreen und ein in zweiter Ebene liegendes Anwendungsmenü an. Der Homescreen zeigt Verknüpfungen und Widgets mit Live Daten an.

Tastatur: Eine simple Bildschirmtastatur, manche Hersteller bieten noch eine Swype Tastatur an: Man drückt auf den ersten Buchstaben des Wortes und wischt über die nachfolgenden. Die Wortvorschläge/Korrekturen werden zwischen Tastatur und Bildschirminhalt angezeigt und hängen teilweise auch von den Herstellern ab und schwanken stark in der Qualität. Multi-Language-Support ist gegeben. Beim getesteten Samsung Galaxy S6 lässt sich noch die Größe der Tastatur anpassen.

galaxy-s6-tastaturgroesse-anpassen

BlackBerry OS10

BlackBerry 10 arbeitet komplett auf einer horizontalen Ebene. Ganz links der Hub, interaktive Benachrichtigungszentral, in der Mitte die Übersicht aller geöffneter Anwendungen als Active Frames (vergleichbar mit Widgets) und rechts folgend das Anwendungsmenü.

Tastatur: Einer der wenigen Herstellern mit Hardware Tastaturen, ist ja auch das Steckenpferd des Abieters. Beim Passport ist die Tastatur auch sensitiv und dient als Trackpad. Die virtuelle Tastatur bietet ein einzigartiges Konzept: man drückt den ersten Buchstaben des Wortes und über den potenziellen Nachfolgerbuchstabe erscheint ein Wortvorschlag. Möchte man diesen übernehmen, wischt man von diesem Buchstaben aus nach oben wird das Wort übernehmen. Bisher die schnellste virtuelle Tastatur mit sehr guten Wortvorschlägen.

BlacckBerry-OS10-Tastatur

iOS

iOS bietet nur das Anwendungsmenü und ein am unteren Displayrand fixiertes Dock für einige Anwendungen an. Für iOS ist der Homebutton das zentrale Element. Dieser Button sitzt in der Mitte unterhalb des Displays und ist bisher mechanisch. Da man diesen sehr oft drückt, kann dieser auch sehr schnell einem Defekt erliegen.

iOS Homescreen

Tastatur: Auch hier eine simple virtuelle Tastatur, von Haus aus keine Swype oder ähnliches. Wortvorschläge findet man zwischen Tastatur und Bildschirminhalt. Hat man eine Tastatur von einem Drittanbieter installiert, wird bei einer Passworteingabe automatisch zur originalen Tastatur gewechselt. Damit will Apple Keylogger meiden und die Sicherheit erhöhen.

iOS-8-Tastatur

Windows10

Der Homescreen bietet die Möglichkeit der Live Tiles an: die Anwendungsicons werden somit zum Widget. Streicht man nach links öffnet sich das Anwendungsmenü in einer klassischen Listenansicht.

Tastatur: Microsoft bietet Swype an und zeigt die Wortvorschläge wie Android und iOS an. In der virtuellen Tastatur ist noch ein Joystick zur schnellen Navigation oder Markierung von Texten integriert.

Windows-10-Mobile-Tastatur

Akku

Vorweg: Ich gehe hier nicht auf die Kapazität der einzelnen Geräte ein. Jedes System hat eine andere Hardware und Software Architektur. Zum Vergleich habe ich immer dieselbe Anzahl an Konten eingebunden und die Nutzung schwankte nur minimal.

Nur ein Faktor unterscheidet sich: Android hat anscheinend ein Problem mit Exchange Konten und Push-Benachrichtigungen. Der Akkuverlust war zu hoch, so habe ich die Exchange Konten per Intervall von 1 Stunde abgerufen. Es gibt von Google ein Plugin für GMail, bringt aber nicht wirklich viel, außer dass man das Konto einbinden kann.

Auch habe ich mich immer am selben Ort aufgehalten, Abweichungen können also nicht von Ortswechseln herrühren.

Ich hätte mit jedem Gerät einen 8 Stunden Arbeitstag geschafft! Nach Feierabend hätte ich dann erst einmal eine Steckdose suchen dürfen, zumindest mit einigen Geräten.

Akkulaufzeit mit Platzierung (Schwankungen sind normal und hier angegeben):

  1. iPhone 6 Plus, abends noch um die 30-40%.
  2. Lumia 950, knapp hinter dem iPhone.
  3. BlackBerry Passport. Bis zum späten Abend hält das Gerät durch.
  4. Samsung Galaxy S6. Am späten Nachmittag muss das Gerät schon an die Steckdose (liegt vielleicht am Alter des Akkus?!). Gerade das Display verbraucht sehr viel. Ein weitere Android Smartphone (BlackBerry PRIV) mit weitaus größerem Akku hielt nur ein wenig länger.

Es gibt neben den Standardlademethoden auch welche mit einer Schnellladefunktion, wobei hier teilweise spezielle Ladegeräte verwendet werden müssen.

Bei Samsung heißt es zum Beispiel QuickCharge. Lässt sich auf Wunsch auch deaktivieren. Habe ich meistens auch, denn das Smartphone und das Ladegerät werden sehr heiß. Des Weiteren geht man davon aus, dass solche Methoden dem Akku langfristig schaden, auch wenn die Hersteller es dementieren.

iPhones kann man mit einem Ladegerät, welches bis zu 2,1 Ampere liefert, schneller laden. Hierbei ist keine besondere Technik Voraussetzung.

Es gibt aber auch zum Beispiel Fast Charge. Diese Technik wird von allen Smartphones unterstützt, die einen Qualcomm Chip verbaut und es per Software implementiert haben.

Hat das Smartphone einen Qualcomm Chip und dazu ein USB-C Anschluss, werden die Spezifikationen vom USB Anschluss genutzt. So zum Beispiel beim Lumia 950.

Konnektivität/Zubehör/Media

Alle Systeme haben eine Möglichkeit zum Datenaustausch mit einem PC oder Mac – per USB oder Lightning (Apple). Für Android ist aber bei manchen Herstellern noch eine Treiberinstallation notwendig. Außer iOS bieten auch alle eine Unterstützung zur Speichererweiterung per SD-Karte an.

Für iPhones ist das Programm iTunes oder ein Äquivalent eines Drittanbieters Pflicht, alle anderen Systeme lassen sich als Massenspeicher direkt einbinden. Apple hat ein in sich geschlossenes System. Es schränkt den Nutzer teilweise sehr stark ein, aber die angebotenen Lösungen arbeiten sehr gut.

BlackBerry Endgeräte konnte man per Blend auch teilweise an einem PC, Mac oder Tablet bedienen. Samsung wird hier mit der neuen Version von SideSync nachziehen. An sich ist dies aber für Android derzeit nicht von Google vorgesehen.
Windows 10 geht mit Continuum noch weiter: Durch dieses Feature wird das Smartphone zum PC-Ersatz.

Hat man ein Duo aus iPhone + iPad/Mac/MacBook oder Windows 10 + Desktop im Einsatz, kann man OTA Daten teilen, diese an einem anderen Gerät nahtlos weiterbearbeiten und bekommt auch die Smartphone Benachrichtigung auf dem Computer angezeigt. Teilweise kann auch direkt am PC interagiert werden.

LTE, Bluetooth, NFC: jedes System bietet an sich die Unterstützung für diese Übertragungstechnologien. WiFi Calling wird derzeit eingeführt: iOS kann es schon lange, Android Geräte brauchen ein Systemupdate.

Bei Apple muss man darauf achten, dass z.B. das Fitnessarmband auch wirklich eine Freigabe für Apple Produkte hat. Ist ein Produkt aber als Apple tauglich ausgewiesen kann man sicher sein, dass die Produkte auch zusammen funktionieren.

Bei BlackBerry kann man nicht immer sicher sein. Zwar kann man Android Apps installieren, doch diese funktionieren nicht immer.

Zubehör ist bei Android und Apple Produkten am häufigsten auf dem Markt zu finden. Bei der Marktposition auch kein Wunder.

Auf allen Systemen gibt es keine Probleme im Umgang mit MP3, Bildern oder Videos, obwohl BlackBerry und Windows nicht gerade zu den Multimedia Systemen zählen. Verschiedene Streamingmöglichkeiten sind auch auf den Systemen vertreten: DNLA, Miracast etc.

Anhand der mir vorliegenden Geräte: Die Kamera des Lumia 950 ist wirklich sehr gut und die App in Windows10 ist einfach und schnell. Aber auch die Sensoren des Samsungs und iPhones sind sehr gut. Das Samsung schärft per Software extrem nach und das iPhone hat “nur” 8MP. BlackBerry muss hier noch aufholen, doch der 13MP Bildsensor der Passport Reihe und die Kamera-App in OS10.3.2 zeigen gute Ergebnisse obwohl der Fokus recht langsam ist und keinen Vergleich zum S6 oder 6 Plus darstellt. Bei Android muss man sich für einen Hersteller entscheiden. Nicht nur die Sensoren unterscheiden sich, auch die Software ist sehr unterschiedlich. Da sucht man sich lieber Testberichte raus.

Die Anzeige und Sortierung der Fotos und Videos übernehmen alle Systeme in etwa ähnlich in Einzel- oder Ordneransicht und Karteneinbindung, daher gehe ich hier nicht weiter darauf ein.

Updateverteilung

Die Verteilung der Betriebssystemupdates wird verschieden durchgeführt:

  • Android Nutzer müssen darauf achten, welches Gerät sie sich zulegen. Denn die Updateverteilung übernimmt jeder Hersteller selbst und die wollen am liebsten alle 12 Monate ein neues Gerät an de Kunden bringen.
    Herauszustellen sind Samsung und BlackBerry. Samsung bringt die monatlichen Sicherheitsupdates nach circa 25 Tagen per Update, manchmal kommen zusätzliche Funktionen wie WiFi-Calling, aber nicht für das gesamte Portfolio.
    BlackBerry hat derzeit zwei Android Smartphones: PRIV und DTEK50. Beide erhalten kurz nach der Freigabe von Google die monatlichen Sicherheitsupdates und haben daneben noch weitere Hard- und Softwaremaßnahmen zum Schutz der Daten implementiert.
  • Apple verteilt die Updates über die eigene Infrastruktur direkt auf die Geräte. Die Gerätegenerationen werden dabei lange unterstützt und die Nutzer müssen nicht lange auf die Updates warten.
  • BlackBerry verteilt die OS10 Updates erst nach Freigabe der Mobilfunkanbieter. Diese testen erst die Software und melden dann die Freigabe an das kanadische Unternehmen.
  • Microsoft verrteilt seine Windows10 Updates wie Apple zentral.

Datensicherheit

Man braucht sich nichts vormachen: Jedes System hat Schwachstellen und diese werden auch ausgenutzt. Und bei jedem der hier angewendeten Systeme werden Daten teilweise anonymisiert / verschlüsselt an den jeweiligen Hersteller versendet zur „Steigerung des Nutzungserlebnisses“. Bis auf Android bieten alle Betriebssysteme eine Option zur Deaktivierung der Erhebung der Nutzungsdaten.

Android kann die komplette Nutzung der Google Services durchführen, dabei sind zum Beispiel auch Telefonlisten betroffen. Die Verarbeitung der Daten findet auf Servern in mehreren Ländern statt. Ihr könnt zwar auf eure Daten zugreifen, aber nur wenn es sich mit einem vertretbaren Aufwand realisieren lässt. Sicherungskopien werden womöglich nie von nicht aktiven Servern gelöscht.

Apple gibt die Daten an Dritte weiter, die für Apple Dienste bereitstellen. Daten von Nutzern im europäischen Wirtschaftsraum werden in Irland gespeichert und verarbeitet. Jedoch gibt auch Apple die Daten an  Regierungsbehörden heraus, auch außerhalb des Wohnsitzlandes. Explizit wird hier die nationale Sicherheit genannt.

BlackBerry Nutzer aus dem europäischen Wirtschaftsraum stimmen zu, dass ihre Daten außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums bearbeitet werden. BlackBerry verpflichtet sich aber zur kompletten Löschung, Vernichtung oder Anonymisierung der Daten, falls diese nicht mehr benötigt werden. BlackBerry kann darüber hinaus private Angaben des Nutzers auch verwenden, um auf Gerichtsbeschlüsse, Haftbefehle oder sonstige rechtmäßige Anforderungen oder rechtliche Verfahren zu antworten oder um Notfallhilfe in Situationen geben zu können, die lebensbedrohend sind. In diesem Fall benötigt BlackBerry keine Einverständniserklärung des Nutzers.

Microsoft merkt an, dass die Nutzerdaten möglicherweis in den USA und weiteren Ländern durch Microsoft, deren Partner, Tochtergesellschaften sowie Dienstanbieter gespeichert und verarbeitet werden. Regierungsbehörden erhalten auch hier Hilfe vom Hersteller.

App Berechtigungen

Android

Android 5: Keine Bearbeitung von Berechtigungen vorgesehen. Bei Installation kann man nur annehmen oder ablehnen. Nur Android 4.3 hat dies integriert.
Android 6 hat eine Bearbeitung der Berechtigungen integriert. Erste Sortierebene bilden die Berechtigungen.

BlackBerry OS10

Nativen Apps kann man über das Einstellungsmenü Berechtigungen erteilen oder entziehen. Für Android Apps haben wir eine Anleitung im Forum. Erste Sortierebene bilden die Apps.

iOS

Beim ersten Öffnen der Apps wird nach den Berechtigungen gefragt. Man kann ablehnen oder zustimmen. Auch im Nachhinein kann man diese bearbeiten. Erste Sortierebene bilden die Berechtigungen.

Windows10

Ähnlich wie iOS.

Verschlüsselung

Alle Hersteller bieten eine Verschlüsselung an. BlackBerry aktiviert diese bei den hauseigenen Android Smartphones ab Werk.

Android verschlüsselt nur bei ausgeschaltetem Gerät (bei Smartphones fast nie der Fall), außer bei Samsung und aktivierten MyKNOX oder Secret Folder.
iOS arbeitet mit nicht transparenten Schutzklassen.
BlackBerry verschlüsselt sofort, auch bei eintreffenden Daten auf ein gesperrtes Gerät.

Fazit

Wer ein buntes und offenes System sucht ist bei Android richtig, sollte sich dann aber auch Sorgen um Sicherheitslücken machen. Das System beweisst sich als fehleranfällig und als Herstellerausgabe leistungshungrig.

Wer ein reduziertes und geschlossenes System sucht sollte sich Apple Produkte ansehen. Man ist zwar nicht so “frei” wie bei manch anderen Systemen, aber wenn man Apple Lösungen nutzt funktionieren diese auch. Man muss nur aufpassen, dass man nicht dem sehr guten Marketing von Apple auf den Leim geht. Z.B. ja das iPhone macht tolle Fotos. Aber 8MP bleiben 8MP und können nicht die Details wie der 20MP Sensor des Lumias mit Zeiss Objektiv darstellen.
Aber die Software ist perfekt auf die Hardware angepasst und das Gesamtprodukt ist sehr effizient.

Windows10 möchte ein Zwischending sein: privates und berufliches in einem (Google bietet das auch an mit Android for Work). Ja, Exchange und Office laufen sehr gut und man kann auch produktiv damit arbeiten. Mir gefällt auch das Layout mit denn Live Tiles und der Anwendungsliste.
Mich persönlich schrecken aber die grob granularen Einstellungsmöglichkeiten und die Windows10 Sammelwut ab. Zwar kann man einiges an Daten vor dem Upload zu den Microsoft Servern schützen, aber es wird immer eine eindeutige Hardware ID erstellt. Windows 10 Desktop steht deswegen am Pranger, schade bei solch einem performanten System.

Auch wenn man bei BlackBerry OS10 keine Google Services hat und somit auf die ein oder andere App verzichten muss, stellt dieses System das Beste aus beiden Welten dar. Denn bei BlackBerry liegt der Fokus auf der Verwendung im beruflichen Umfeld. 100 Prozent Sicherheit, Produktivität fast zu 100 Prozent. Lifestyle ist auch gegeben, auch wenn man nur gefragt wird, ob das wirklich ein neues BlackBerry sei.
Die Systeme sind ähnlich performant wie iOS und Windows 10 Mobile. Die Gestensteuerung ist gut umgesetzt und schnell verinnerlicht. Die Einstellungen sind sehr feingranular. Der Hub (Nachrichtenzentrale) und Balance (Trennung von privaten und beruflichen Daten) sind Alleinstellungsmermale und steigern die Produktivität ungemein.

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